Liebe Spender*innen, Förder*innen und Freund*innen von Zukunft für Kinder der Welt e.V

seit einigen Wochen überschlagen sich die Ereignisse in Myanmar. Es wird wieder bzw. immer noch an vie­len Fronten erbittert gekämpft. In der letzten Zeit taten sich mehrere Gruppen der Widerstandsbewegung zu­sammen und haben viele Dörfer von den Soldaten der Junta befreit. Angefangen hat es im Nordosten, an der Grenze zu China. Einer der wichtigsten Handelsposten mit China. Dann wurden weitere Dörfer in Sagain und vor allem im Nordwesten, an der Grenze zu Indien und in Rakhine befreit. Viele Soldaten der Junta erga­ben sich freiwillig, es gab auch einige Überläufer zur Widerstandsbewegung.

Ich hatte vor, am 8. Dezember nach Myanmar zu fliegen. Das ist inzwischen Geschichte, es ist viel zu ge­fährlich. Alle Botschaften stuften die Lage im ganzen Land als tiefrot ein. Die Junta hat alle Hauptverkehrsst­raßen von Rangun gesperrt. In Bagan und am schönsten Strand von Myanmar, dem Ngapali Beach, sitzen auch einige Touristen fest. Über Land geht nichts mehr, die Straßen sind größtenteils gesperrt und die Flüge sind ausgebucht. Der letzte Flug von Ngapali startet am 21.11. Auch die Arbeiter und Hotel­mitarbeiter aus anderen Landesteilen kommen nicht mehr nach Hause. Die Hochsaison ist gerade angelaufen, viele Touristen haben gebucht, aber alle Hotels müssen schließen. Nach den harten letzten Jahren wird das das Aus für viele sein.

Durch die Sperrung der Hauptverkehrsverbindungen fehlt es an Lebensmitteln, Medikamenten und Benzin. Alles war schon vorher sehr teuer, jetzt ist die Situation dramatisch. Aus Rakhine bekomme ich auch regel­mäßig Nachrichten und dort ist jetzt alles dreimal so teuer wie in Rangun. Kein Wunder, wenn die Transporte nicht funktionieren.

Ich hatte mich so sehr auf den Besuch gefreut. Anfang November sagte mir die Oberin, dass ich nach Loikaw fliegen kann. Den Kindern aus den zwei Kinderheimen im Delta hatte ich wieder ein paar Tage am Meer ver­sprochen. Für die Studenten in Taunggyi habe ich schon einen Laptop und ein Tablet organisiert und auf weitere hoffte ich. Es war alles schon in Vorbereitung …

Zur Situation des St. Paul’s Home in Loikaw:

Seit Mitte November finden heftige Gefechte in Loikaw statt. Die Juntasoldaten fliegen vor allem Luftan­griffe. Am 14.11.2023 erhielt ich die Nachricht, dass das Kirchendach zerstört wurde. Die Kirche ist nur 70 m vom Kinderheim entfernt. Kinder und Schwestern brachten sich augenblicklich in Sicherheit. Sie konnten nichts mitnehmen. Zum Glück ist bis jetzt Niemanden etwas passiert. Die psychischen Wunden werden sich später zeigen. Die Schwestern brachten die Kinder von einem sicheren Ort zum nächsten. Immer wieder habe ich mit der Oberin telefoniert und sie versicherte mir bei unserem letzten Telefonat, dass die Kinder in­zwischen an einem sicheren Ort sind.

Danach traf ein Luftangriff das Kinderheim – die ersten Fotos finden Sie am Ende des Berichts. Aus der Ge­gend um das St. Paul’s Home sind alle Bewohner geflohen. in allen Kinderheimen des St. Francis Xavier Konvent herrscht Alarmstufe eins, aber zum Glück sind bis jetzt alle Kinder und Betreuer*innen körperlich wohlauf.

Am 27.11.2023, bekam ich die ersten Bilder aus dem St. Paul’s Home. Ich dachte nicht, dass es so schlimm ist. Die Bilder finden Sie auf unserer Homepage: www.kinder-der-welt.org.inen Tag später erreichte mich die Nachricht, dass am 27.11. der Komplex der Diözese Loikaw, die Kathedrale, die Klinik, der Bischofsitz, das Pastoralzentrum und das Pfarrhaus, in angegriffen wurden. Die Übernahme des Komplexes zwangen den Bischof und seine Leute (82 Personen) zur Flucht. Der Bischof schrieb, dass etwa 50 Soldaten der Junta kamen und die Domanlage besetzten „um sie als Schutzschild“ gegen die Widerstandskräfte zu nutzen.

Kirchen, Klöster, Krankenhäuser sind eigentlich Schutzräume. Kürzlich hat sich auch Deutschland der Völkermordklage Gambias gegen Myanmar vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag wegen Menschenrechtsverletzungen der Junta in Myanmar angeschlossen.

Aufgrund der schrecklichen Ereignisse brauchen wir nun noch viel mehr Geld als bisher geplant. Die Flucht der Bewohner des St. Paul’s Homes in Loikaw kostet zusätzlich und vor allem die Instandsetzung des Kin­derheims. Die Regenzeit dauert immer noch an. Was nicht geplündert ist, kann der Regen zerstören.

Ganz herzlichen Dank und alles Gute für Sie

Monika Proksch

Eine Spenderin sagte mir neulich, als ich mich bedankte:

Hier sehen Sie die ersten Bilder der Schäden von dem Luftangriff auf das Kinderheim

Hier der Bericht 2023/2024: